Zum Todestag von Hannah Arendt: den Dingen auf den Grund gehen, bis es wehtut.

Bezirksverband Die Linke S-Z

Heute haben wir einen besonderen Tag mit dem Gedenken an die streitbare und von manchen vereinnahmten Hannah Arendt gegangen. Sie zog 1929 nach Berlin, bis sie im Nationalsozialismus flüchten musste. Sie starb vor fünfzig Jahren am 4.12.25 in New York City.

Heute haben wir einen besonderen Tag mit dem Gedenken an die streitbare und von manchen vereinnahmten Hannah Arendt gegangen. Sie zog 1929 nach Berlin, bis sie im Nationalsozialismus flüchten musste. Sie starb vor fünfzig Jahren am 4.12.25 in New York City.

Hannah Arendt ist noch heute unvergessen. „50 Jahre nach ihrem Tod wirken die politischen Schriften von Hannah Arendt wie eine prophetische Analyse der heutigen Zeit“ schreibt 3Sat zu einer aktuellen Dokumentation. Die ARD erinnert ebenfalls unter dem Titel „Hannah Arendt – Denken ist Gefährlich.“  Ihr Werk ist voll von Aphorismen.

Das „gefährliche Denken“ entstand nach dem Berliner Exil. Hanna Arendt sah ihre Aufgabe darin, die Welt und die Menschen zu verstehen; um den Dingen auf den Grund zu gehen - nach eigenem Bekunden „bis es wehtut“ und „ohne Geländer“.

Ihr Interview mit Günter Gaus aus dem Jahr 1964 gilt vielen als wichtigstes Interview der populären Interviewreihe des Journalisten und Politikers.

In den USA schrieb sie nach dem Krieg ihr Hauptwerk „Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft“. Für den New Yorker beobachtete sie den Eichmann-Prozess in Jerusalem und schrieb darüber in ihrem Buch „Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht über die Banalität des Bösen“ erschien.

Für letzteres Zitat erhielt unsere Genossin Clara Bünger letzte Woche einen Ordnungsruf der Bundestagspräsidentin, als sie den Umgang des Innenministers mit den Afghanischen Hilfskräften als die „Banalität des Bösen“ bezeichnete. Ob es sich im aktuellen Vorgehen um „Mittelmäßigkeit und Gedankenlosigkeit“ der Akteure handelt, muss jeder für sich selbst ergründen.

In Anbetracht des 50. Todestages haben wir am ehemaligen Wohnort von Hannah Arendt in der Opitzstrasse seitens der Linken Steglitz Zehlendorf mit unserem BVV-Mitglied Dennis-Egginger Gonzales und Kandidat*innen für die BVV und das AGH ihrer Gedacht. Die Rede zum Jahrestag könnt ihr hier nachlesen. 

Unsere BVV Gruppe hat in Anbetracht des 50. Todestag beantragt (Antrag), dass die weltberühmte Intellektuelle auch an ihrem ehemaligen Wohnort, zusätzlich zur vorhandenen Gedenktafel, ihrer Bedeutung entsprechend mit einer Informationsstele gedacht wird.

 

Viele Menschen in unserem Bezirk behaupten, in Steglitz-Zehlendorf sei nichts los. Schaut man ein wenig hinter die Kulissen, findet sich dann aber doch eine ganze Menge.

Die Linke Steglitz Zehlendorf hat damit begonnen sich mit der guten Geschichte unseres Bezirks auseinandersetzen. Dabei gucken wir weniger auf die verdienten Raupen von Heese, Wrangels Schlösschen oder den Teltowkanal, sondern fokussieren auf mutige Menschen und Ereignissen, die uns noch heute Hoffnung auf ein besseres Leben geben können. Steglitz Zehlendorf war nicht nur der Ort der Wannseekonferenz, sondern auch der Ort für Widerstand und Nächstenliebe. Hier wirkte nicht nur der Generalfeldmarschall Freiherr von Wrangel, der 1848 in Berlin die Märzrevolution niederschlug, sondern auch Demokraten und Antimilitaristen wie Rosa Luxemburg und Karl Liebkecht, die ihren Anteil am Entstehen der Deutschen Demokratie 1918 hatten. 

Wir werden entsprechend weitere Gedenkveranstaltungen anbieten.