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Kulturstadträtin muss ihren Kulturkampf beenden

Marcus Otto, unser Direktkandidat für den Wahlkreis 1 (Steglitz), fordert: "Die CDU-Stadträtin Malgorzata Sijbrandij muss schleunigst raus aus ihrem Kulturkampf-Modus!"

„Hier verschiebt sich etwas zulasten von Bildung, Kultur und ökologischem Bewusstsein“, sagt Marcus Otto, Direktkandidat im Wahlkreis Steglitz 1, zu den jüngsten Vorkommnissen in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek im Steglitzer Rathaus. Die CDU-Stadträtin Malgorzata Sijbrandij, zuständig für Kultur, Bildung und Sport, untersagte zwei von der Bibliothek geplante Lesungen mit Drag-Queens. Die „bewusste und überzeichnete Inszenierung“ diene nicht der Leseförderung, begründet die konservative Politikerin ihre unzulässige Einmischung in die Programmautonomie der beliebten Kultureinrichtung im Bezirk. Zudem wolle sie Kinder vor einer „polarisierenden Begleitung“ der Lesung schützen.

Marcus Otto: „Eine Drag-Queen ist in der Regel ein Mann, der in künstlerischer oder humoristischer Absicht durch Aussehen und Verhalten eine Frau darstellt. Dass sich eine Drag-Queen bewusst überzeichnet inszeniert, ist also ein normaler Teil des künstlerischen Konzepts.“ Weiter weist Marcus Otto darauf hin, dass viele Drag-Queens in ihrem Auftreten ein sozialpolitisches Statement sehen, mit dem sie der Gesellschaft zeigen möchten, dass es neben der heteronormativen auch andere Identitäten gibt.

„Frau Sijbrandij muss eine bestimmte Kunstform nicht mögen. Sie muss jedoch die Vielfalt unserer Gesellschaft akzeptieren. Andernfalls ist sie es, die durch die Ausgrenzung von Lebensrealitäten polarisiert und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet.“

Sijbrandij hört damit jedoch nicht auf, sondern stoppte auch eine Pressemitteilung der Bibliothek, in der auf die Buchvorstellung „Queere Tiere“ der polnischen Autorin Magda Wystub hingewiesen werden sollte. Aus dem Text ging hervor, dass Wystub „an Gott zweifelt“ und traditionelle Wertevorstellungen infrage stellt. Diese Formulierungen überschreiten aus Sicht der Stadträtin „die Grenzen einer neutralen Veranstaltungsankündigung“ und übernähmen „politische beziehungsweise weltanschauliche Wertungen“.

Dazu Marcus Otto: „Damit möchte uns Frau Sijbrandij nichts anderes als ihre eigenen politischen und weltanschaulichen Werte aufs Auge drücken und nur diese gelten lassen. In diesen Fragen ist selbst der Vatikan schon weiter.“

Künftig muss die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ihre Pressemitteilungen Frau Sijbrandij vorlegen. Marcus Otto sieht dies als „überzogenen politischen Eingriff in die Unabhängigkeit einer Kultureinrichtung“ und fordert die Stadträtin auf, die Weisung umgehend zurückzunehmen.

„Mit der Schere im Kopf sind weder Offenheit noch kreative Kultur möglich. Das schadet am Ende der bislang vielfältigen Kulturlandschaft im Bezirk.“

Entsetzt zeigt sich Marcus Otto, neben seiner Direktkandidatur im Sprecherinnenrat der Ökologischen Plattform (ÖPF) der Partei Die Linke, vor allem über den Eingriff von Sijbrandij in die ökosoziale Veranstaltungsreihe „Häkeln gegen den Ökozid“. An der parteiunabhängigen Initiative beteiligten sich auch Mitglieder ÖPF. Die Bibliothek musste die Veranstaltung in der Stadtbibliothek auf Wirken Sijbrandijs in „Häkeln für die Zukunft“ umbenennen.

Marcus Otto: „Damit raubt Frau Sijbrandij dem berechtigten Anliegen, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen unter Strafe zu stellen, seine politische Aussage und ersetzt sie durch nichtssagende Beliebigkeit.“

Die drei Vorfälle zeigen, dass ausgerechnet diejenigen, die bei jeder gesellschaftlichen Debatte gegen eine angebliche „Cancel Culture“ der Linken wettern, nicht müde werden, ihre eigene Kultur für allgemeinverbindlich zu erklären und dies mit tatsächlicher Kulturverhinderung durchzusetzen. So funktioniert gesellschaftlicher Austausch nicht, von dem die CDU zwar gerne spricht. So erklärte etwa René Powilleit, Vorsitzender der Berliner Lesben und Schwulen in der CDU, Sijbrandij habe richtig entschieden: „Man kann sicherlich darüber politisch streiten. Dann aber bitte auf der Grundlage aller Sichtweisen und Positionen.“ Tatsächlich verhindert die CDU jedoch gerade diesen Austausch, indem sie Sichtweisen und Positionen ausradiert, die nicht in ihr konservatives Weltbild passen.

Die Linke setzt sich für Vielfalt, Weltoffenheit und die Akzeptanz aller Lebensentwürfe ein.

Marcus Otto: „Es scheint völlig an der CDU vorbeigegangen zu sein, dass im eher konservativen Steglitz längst ein quirliger, bunter und vielfältiger Bezirk entstanden ist, der genau dadurch lebenswert ist. Ich werde dafür arbeiten, dass das so bleibt. Auch sollte sich die Stadträtin bei ihrer Bibliothek entschuldigen. Wer einmal vor Ort war weiß um die Qualität der dortigen Arbeit. Das sollte nicht durch eine autoritäre Kultur des Mißtrauens zerstört werden.“

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