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Aktuelles


75 Jahre - Tag der Befreiung von Faschismus und 2. Weltkrieg

Fr, 08.05.2020

Gedenken am 8. Mai zum Tag der Befreiung vor 75 Jahren auf dem Hermann-Ehlers-Platz

Heute am 75. Jahrestag der Befreiung, haben wir auf dem Hermann-Ehlers-Platz an der Gedenkstele zur Erinnerung des gehängten Soldaten eine Kundgebung abgehalten. Allein bei der Schlacht um Berlin vom 16.4 bis zum 2.5.1945 wurden 170.000 Menschen getötet und 500.000 verwundet. Kurz bevor die Rote Armee am 1.5.1945 Steglitz befreite, wurde ein junger Soldat, der nicht mehr kämpfen wollte, ohne Prozess in der Albrechtstr. 2 an einem Straßenbahnmast aufgehängt und zur Abschreckung tagelang dort hängen gelassen. Seine Identität konnte leider nicht mehr festgestellt werden. Zur seinen Ehren wurde die Gedenkstele errichtet. Wir erinnern uns heute an die Gräuel des zweiten Weltkrieges und der Shoa, den industriellen Massenmord an Jüdinnen und Juden, an Andersdenkenden, Kommunist*innen, Sozialdemokrat*innen, Gewerkschafter*innen, Gläubigen und an die Opfer auf Seiten der Roten Armee, die Deutschland befreit hat. Dafür wollen wir besonders heute, nach 75 Jahren, “Danke” sagen!

Leider ist das Gedenken an die Befreiung von diesem, verheerenden Zweiten Weltkrieg immer noch keine Selbstverständlichkeit. Als 1994 die Spiegelwand als Mahnmal für die ermordeten Juden in Berlin auf dem Hermann-Ehlers-Platz, in direkter Nähe der ehemaligen Synagoge Haus Wolfenstein, errichtet werden sollte, versuchten CDU, FDP und Republikaner den Bau zu verhindern. Die Spiegelwand wurde nur möglich, weil der Berliner SPD-Bausenator Nagel die Errichtung des Mahnmals an sich gezogen hatte. Der damalige Baustadtrat und heutige BVV-Vorsteher der CDU René Rögner-Franke sprach sich gegen die Spiegelwand aus und argumentierte, das Mahnmal hätte keine stadtweite Bedeutung. Der Bau musste also gegen Widerstand im Bezirk erkämpft werden. Die Spiegelwand ist so lang wie die Synagoge ursprünglich war. Auf ihr sind 1758 Namen von deportierten Jüd*innen aus Berlin eingraviert, 230 davon lebten in Steglitz.

Zum 60. Jahrestag 2005 vertrat der heute noch amtierende CDU-Fraktionsvorsitzende in der BVV Torsten Hippe die Auffassung, dass der 8. Mai kein Tag der Befreiung sei, sondern ein ambivalenter Tag für die Deutschen und gleichsam an die Verbrechen der Roten Armee erinnert werden müsse. Er könne nichts dafür, wenn er die gleiche Meinung wie die NPD vertrete. Zwar gab es kurzzeitig Protest aus der Gesellschaft, aber Torsten Hippe sitzt bis heute der CDU-Fraktion in der BVV vor.

Auch scheiterten Versuche in den Jahren 2002 und 2012, die Treitschkestraße in Steglitz umzubenennen an der CDU-Fraktion. Die Straße ist nach dem Antisemiten und Rassisten Heinrich von Treitschke benannt, der den Satz: “Die Juden sind unser Unglück” prägte und mit seinen Schriften den Antisemitismus salonfähig machte. Die CDU hielt eine Umbenennung für unnötig. Die Grünen schlossen sich in dieser Frage mit Rücksicht auf ihren Zählgemeinschaftspartner an.

Die Fraktion und die Abgeordneten der CDU in Steglitz-Zehlendorf kämpfen aktuell mit harten Bandagen gegen den Bau von Geflüchtetenunterkünften im Bezirk, ob am Osteweg oder in Heckeshorn. Menschlichkeit und Solidarität für Menschen, die vor Krieg und Hunger fliehen: Fehlanzeige!

Der berlinweit mitgliederstärkste Kreisverband der AfD hetzt in Steglitz-Zehlendorf, angeführt von Abgeordneten wie Gottfried Curio oder Andreas Wild, gegen Minderheiten und Geflüchtete bis hin zum offenen Tragen von faschistischen Symbolen. Hier braucht es unseren entschiedenen antifaschistischen Protest – bei jeder einzelnen der rassistischen, menschenfeindlichen Veranstaltungen der AfD!

Der antifaschistische Konsens in der Gesellschaft muss immer wieder neu erkämpft werden. Wir müssen mit unseren Kindern, Enkeln, Nachbar*innen, Freund*innen, Kolleg*innen über die Grundwerte einer friedlichen, demokratischen Gesellschaft diskutieren und die Erinnerung wach halten an die Schrecken des Krieges und die Notwendigkeit im Hier und Heute gegen Aufrüstung, Kriegsrhetorik und Hass zu kämpfen für eine solidarische, friedliche Welt für alle Menschen!

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Franziska Brychcy, Bezirksvorsitzende der LINKEN. Steglitz-Zehlendorf

Fotos 

75 Jahre Kriegsende

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Beiträge:

8. Mai - Tag der Befreiung ! - von Eberhard Speckmann

Kein normaler Krieg! Die Geschichtsschreibung über die deutsche Aggression gegen die Sowjetunion darf nicht revidiert werden. Von Martin Seckendorf   

 


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