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Chomsky

Stolperstein

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BO Zehlendorf

Die BO Zehlendorf trifft sich jeden 1. Montag im Monat, jeweils 19 Uhr im Kulturzentrum Mittelhof, unten rechts, Königstr. 42 - 43, Nähe Zehlendorf Eiche und Rathaus Zehlendorf.

Die Treffen werden auf dieser Homepage unter Termine angekündigt. Die BO beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit bezirklichen Problemen. Unter anderen mit; bezahlbarer Wohnraum in Zehlendorf,  mit dem Park in Düppel und der Stammbahn. Unsere BO setzt sich aktiv mit der Frage der Integration von Menschen verschiedenster Herkunft auseinander. Mitglieder aus unserer BO sind auch in anderen Organisationen aktiv und bringen ihre Erfahrungen in unseren Bezirk mit ein.

Die Gegenwart des Kapitalismus radikal zu kritisieren und sich für eine andere Zukunft ohne Ausbeutung einzusetzen, ist das Gebot dieser Zeit. Zentraler Dreh- und Angelpunkt sind die ungelösten sozialen Probleme in unserem Bezirk. Dabei versu­chen wir den Blick für das Ganze nicht zu verlieren.

 Informationen bei: Eduard van der Wal  yvon.van@t-online.de .

 

 

 

 


 

Stolperstein in Zehlendorf, Berliner Str. 71

Im März wurden in Berlin u.a. 14 Stolpersteine für den Arbeiterwiderstand gesetzt. Sie galten den Opfern der Widerstandsgruppe um Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard Bästlein. Diese Gruppe war mit über 400 Mitgliedern, die sich in kleine Dreier-Gruppen aufteilten, eine der größten kommunistischen Widerstandsgruppen in Berlin während des II. Weltkrieges. Sie hatte Kontakte in 70 Berliner Betriebe. Sie propagierte die Sabotage in den Rüstungsbetrieben, forderten in Briefen an die Front zum Desertieren auf, sie verbreitete selbsthergestellte Flugblätter, organisierte illegale Treffs und half Untergetauchten und Verfolgten mit Beschaffen von illegalen Quartieren , besorgte falsche Ausweispapiere, half mit Lebensmittelmarken und Geld. Sie suchte und hielt Verbindung zu anderen Gruppen z. B. zum Kreisauer Kreis und der Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe. Das Ziel war, eine überparteiliche antifaschistische Widerstandsbewegung gegen Hitler zu entwickeln, um den Krieg schnell zu beenden und ein demokratisches, sozialistisches Deutschland aufzubauen. Einer von ihnen war Julius Wordelmann. Er wurde am 16. September 1885 in Ruthenburg/ Westpreußen geboren, war seit 1920 Mitglied der KPD und arbeitete während der Weimarer Republik als Kantinenwirt bei der Zeitung »Rote Fahne«. 1934 wurde er das erste Mal verhaftet und wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu 1½ Jahren Gefängnis verurteilt. Aus der Haft entlassen, emigrierte er in Tschechoslowakei. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die CSR wird er dort 1939 von der Gestapo verhaftet. Nach 10 monatiger »Schutzhaft« wird er entlassen. Ab 1940 arbeitete er als Portier in dem Hotel »Münchner Hof« am Anhalter Bahnhof und wohnte in der Berliner Str. 71 in Zehlendorf. 1943 wird er von Anton Saefkow auf illegale Mitarbeit angesprochen und unter dem Deckname »Hugo« nimmt er an illegalen Treffen teil, spendet regelmäßig Lebensmittelmarken und Geld für die Untergetauchten und erhält illegale Flugschriften, die er weitergibt. Er kann zwei Kollegen als Mitstreiter gewinnen und beteiligt sich am Aufbau der illegalen Fachgruppe für das Gastwirtsgewerbe. Am 12. August 1944 wird Julius Wordelmann verhaftet und am 18. Jan. 1945 vom »Volksgerichtshof« zum Tode verurteilt. In Brandenburg-Görden wird er am 26. Febr. 1945 hingerichtet. An ihn erinnert jetzt vor seinem letzten Wohnsitz in der Berliner Str. 71 in Zehlendorf ein Stolperstein. Am 26. April wurde dieser mit einer kleinen Kundgebung, zu der die VVNVdA Südwest eingeladen hatte, eingeweiht. In Anwesenheit der Historikerinnen Annette Neumann und Bärbel Schindler-Saefkow, der Tochter Anton Saefkows, gedachten wir des Menschen Julius Wordelmann, seines Lebens, seines Mutes bei der illegalen Arbeit und der vielen Anderen,- Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen – aus allen Gesellschaftsschichten kommend, die im Kampf gegen die Nazibarbarei ihr Leben gaben.. Ihr Leben, ihr Kampf und ihr Opfer dürfen nicht vergessen werden, denn sie starben, weil sie sich für Recht, Frieden und Demokratie einsetzten. Ihr Vermächtnis lautet: Niemals wieder Faschismus zuzulassen! Darum wehret den Anfängen. Wir fordern die schnelle Wiederaufnahme des NPD-Verbotsverfahren!

Edith Pfeiffer